Die Karosserie eines E-Autos wird wie jede andere repariert. Der Unterschied ist die Batterie: das teuerste Bauteil, und sie sitzt im Unterboden, wo Schäden am schwersten zu sehen sind. Das Risiko eines verunfallten E-Autos bestimmt daher nicht die Delle, sondern ob Batterie, Halterungen und Hochvoltleitungen betroffen sind.
Was der Batterie droht
| Ereignis | Warum gefährlich | Anzeichen |
|---|---|---|
| Aufprall am Unterboden (Bordstein, Trümmer) | Verformtes Batteriegehäuse, beschädigte Kühlung und Module | Kratzer oder Dellen am Batteriegehäuse, Angabe Undercarriage |
| Seitenaufprall in den Schweller | Kraft wirkt zwischen den Achsen aufs Batteriegehäuse | Eingedrückter Schweller, verschobene B-Säule |
| Schwerer Frontaufprall | Ausgelöste Hochvolt-Pyrosicherung, beschädigter Wechselrichter, Ladegerät, Kühlung | Ausgelöste Airbags, das Auto geht nicht in Ready |
| Wasser | Korrosion an Steckern, Isolationsfehler, verzögertes Brandrisiko | Angabe Water/Flood, Schlamm im Innenraum. Siehe Überflutetes Auto |
| Brand | Thermische Schäden an Modulen | Angabe Burn. Siehe Brand |
Warum Ready im Display nichts garantiert
Ein E-Auto kann Ready anzeigen und sogar fahren, während die Batterie im Notbetrieb läuft und Isolationsfehler gespeichert sind. Ebenso bedeutet Run and Drive bei der Auktion nicht, dass die Batterie intakt ist (siehe Run and Drive). Nötig ist eine Diagnose aller Steuergeräte mit Batteriezustand: Kapazität, Spannungsunterschied zwischen Modulen, Isolationswiderstand und Fehlercodes.
Was vor Kauf oder Reparatur zu prüfen ist
- Fotos vom Unterboden: Batteriegehäuse, Befestigungspunkte, Schutzverkleidungen. Ohne sie ist ein Schweller- oder Unterbodenschaden ein unbekanntes Risiko.
- Reparaturunterlagen und ein Batterie-Diagnosebericht (SoH, Isolationsfehler).
- Ob das Auto nach dem Unfall separat abgestellt wurde: Nach schwerem Aufprall oder Wasser werden E-Autos wegen Brandgefahr abseits anderer Fahrzeuge gelagert.
- Schlüssel und Zugang zum Herstellerkonto: Ohne sie sind manche Funktionen und Updates nicht verfügbar.
- Ob der Hersteller Batterie oder Module einzeln verkauft und ob es in Ihrem Land einen Service für Modulreparaturen gibt.
Sensoren und Kalibrierung
E-Autos haben fast immer Assistenzradar und Kameras, oft auch Sensoren in den Stoßfängern. Nach jedem Front- oder Heckaufprall ist eine Kalibrierung einzuplanen (siehe Radar und ADAS-Kameras). Das Fahrwerk ist schwerer und durch die Batterie belastet, ein Radaufprall verbiegt daher häufiger Lenker und Achsschenkel (siehe Fahrwerk nach einem Aufprall).
Wie man es im Preis berücksichtigt
Bei einem verunfallten E-Auto lohnt es, die Kalkulation zu teilen: Karosserie und alles Konventionelle wie bei jedem Auto und eine eigene Reserve für das Hochvoltsystem. Wurde die Batterie nicht geprüft und konnte der Aufprall sie erreichen, sollte das Szenario Modul- oder Batterietausch im Blick bleiben, auch wenn die Karosseriearbeit billig ist. Typische Probleme einzelner Modelle finden Sie unter Modellprobleme.